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Maklerprovision Sachsen

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Wer eine Immobilie in Sachsen verkauft oder kauft, steht früh vor derselben Frage: Was kostet ein Immobilienmakler, und wer zahlt das? Die Antwort ist simpler als erwartet — und gleichzeitig nuancierter, als viele Ratgeber vermitteln.

Wie hoch ist die Maklerprovision in Sachsen?

In Sachsen ist eine Gesamtprovision von 7,14 % des Kaufpreises (inkl. MwSt.) marktüblich. Diese wird gleichmäßig zwischen Käufer und Verkäufer aufgeteilt — jede Seite zahlt 3,57 %.

Ein Rechenbeispiel:

Kaufpreis Provision Verkäufer (3,57 %) Provision Käufer (3,57 %)
200.000 € 7.140 € 7.140 €
300.000 € 10.710 € 10.710 €
450.000 € 16.065 € 16.065 €
600.000 € 21.420 € 21.420 €

Die Provision ist nicht gesetzlich vorgeschrieben — sie ist Verhandlungssache. In der Praxis halten die meisten Anbieter an der Marktüblichkeit fest, da sie die Leistung rechtfertigt.

Wer zahlt den Makler? Die Halbteilungsregel seit 2020

Bis 2020 war es in vielen Bundesländern üblich, dass der Käufer die gesamte Provision trägt. Das hat der Gesetzgeber geändert.

Seit Dezember 2020 gilt für Wohnimmobilien (§ 656a–656d BGB): Wer als Auftraggeber des Maklers eine Provision schuldet, darf von der anderen Seite höchstens den gleichen Betrag verlangen. In der Praxis heißt das: Käufer und Verkäufer teilen sich die Courtage hälftig.

Was das für Sie als Verkäufer bedeutet: Sie zahlen 3,57 % des Kaufpreises als Provision — und nur im Erfolgsfall. Kommt kein Verkauf zustande, fällt keine Provision an.

Was ist in der Provision enthalten?

Die Provision ist eine Erfolgsvergütung — keine Vorauszahlung für Leistungen, die vielleicht gar nicht zum Ziel führen. Was dafür geleistet wird, unterscheidet sich erheblich je nach Anbieter. Grundlage einer professionellen Vermarktung sind:

Wertermittlung: Eine marktgerechte Preiseinschätzung auf Basis aktueller Vergleichsdaten, Gutachterausschuss-Informationen und lokaler Markterfahrung. Ein zu hoher Einstiegspreis kostet am Ende mehr als jede Provision.

Professionelle Vermarktung: Hochwertiges Fotomaterial, ein überzeugendes Exposé, Schaltung auf den relevanten Portalen und — für diskrete Verkäufe — gezielte Ansprache aus einem qualifizierten Interessentenpool.

Käuferqualifizierung: Nicht jeder Interessent ist ein potenzieller Käufer. Bonität prüfen, Finanzierungsbestätigung einholen, Besichtigungen auf ernsthafte Interessenten beschränken — das spart Zeit und schützt Ihre Privatsphäre.

Verhandlung: Der Verhandlungspartner hat keine Emotionen gegenüber der Immobilie. Das ist ein Vorteil. Professionelle Verhandlungsführung auf Basis fundierter Marktdaten führt statistisch zu höheren Verkaufspreisen als der Privatverkauf.

Begleitung bis zur Übergabe: Kaufvertragsentwurf prüfen, Notartermin koordinieren, Übergabeprotokoll erstellen.

Lohnt sich professionelle Begleitung trotz Provision?

Die ehrliche Antwort: Meistens ja — aber nicht immer.

Professionelle Begleitung lohnt sich besonders, wenn:

  • die Immobilie komplex ist (Denkmal, vermietet, Erbengemeinschaft, Sanierungsbedarf)
  • der Markt für Ihr Objekt nicht offensichtlich ist (kein Standard-Produkt)
  • Sie wenig Zeit oder Erfahrung mit Verhandlungsführung haben
  • Diskretion wichtig ist (kein öffentliches Inserat gewünscht)

Ein Privatverkauf kann sinnvoll sein, wenn:

  • die Nachfrage in Ihrer Lage stark ist und das Objekt sich praktisch selbst verkauft
  • Sie bereits einen qualifizierten Käufer kennen
  • Sie alle Schritte selbst abbilden können und wollen

Studien zeigen: Maklerbegleitete Verkäufe erzielen in der Region Dresden im Durchschnitt 5–10 % höhere Verkaufspreise als vergleichbare Privatverkäufe. Bei einem Objekt im Wert von 300.000 € entsprechen 7 % = 21.000 € Mehrerlös — bei einer Provision von je 10.710 € ein klares Plus.

Was sollten Sie bei der Wahl eines Immobiliendienstleisters beachten?

Preisehrlichkeit: Ein seriöser Anbieter nennt Ihnen einen realistischen Marktwert — nicht den höchsten möglichen, um das Mandat zu gewinnen. Ein überhöhter Einstiegspreis führt zu langen Standzeiten, Preisreduktionen und einem schwächeren Verhandlungsresultat.

Lokale Marktkenntnis: Überregionale Anbieter kennen Dresden aus der Datenbank. Wer die Preisunterschiede zwischen Blasewitz und Johannstadt aus der Erfahrung von Hunderten Besichtigungen kennt, ist Ihnen ein anderer Partner.

Transparenz über Leistung und Kosten: Fragen Sie vor dem Auftrag, was konkret geleistet wird. Ein klarer Vermarktungsplan — mit Zeitrahmen und Maßnahmen — ist ein gutes Zeichen.

Keine Bindung ohne Ergebnis: Seriöse Dienstleister verlangen keine Aufwandserstattung, wenn die Immobilie nicht verkauft wird. Die Provision ist eine Erfolgsvergütung, kein Vorabhonorar.

Weitere Kosten beim Immobilienverkauf

Die Provision ist nicht der einzige Kostenposten. Als Verkäufer kommen typischerweise hinzu:

  • Energieausweis: 80–500 €, je nach Typ (Verbrauchs- oder Bedarfsausweis)
  • Löschung der Grundschuld: 200–500 €
  • Vorfälligkeitsentschädigung: Wenn ein laufendes Darlehen vorzeitig abgelöst wird — Berechnung über die Bank
  • Ggf. Spekulationssteuer: Wenn die Immobilie weniger als 10 Jahre gehalten und nicht eigengenutzt wurde

Notar und Grunderwerbsteuer trägt in aller Regel der Käufer.

Eine vollständige Übersicht aller Kosten beim Immobilienverkauf finden Sie in unserem Ratgeber zu den Nebenkosten.

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FAQ

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Maklerprovision in Sachsen?
Die übliche Gesamtprovision in Sachsen beträgt 7,14 % des Kaufpreises (inkl. MwSt.), aufgeteilt jeweils hälftig zwischen Käufer und Verkäufer. Jede Partei zahlt damit 3,57 %. Bei einem Kaufpreis von 300.000 € zahlt jede Seite 10.710 €. Die Provision ist nicht gesetzlich festgeschrieben — sie ist verhandelbar.
Wer zahlt den Makler beim Immobilienverkauf in Sachsen?
Seit der Reform des Maklerrechts im Dezember 2020 (§ 656a BGB) gilt bei Vermittlung einer Wohnimmobilie das Prinzip der Hälftigkeit: Zahlt eine Partei Provision, muss die andere mindestens den gleichen Betrag zahlen. In Sachsen ist die hälftige Teilung (je 3,57 %) Marktstandard.
Kann man die Maklerprovision verhandeln?
Ja. Die Provision ist nicht gesetzlich vorgeschrieben und Verhandlungssache. In der Praxis weichen viele Anbieter selten von der Marktüblichkeit ab. Bei komplexen Objekten (MFH, Denkmal, Gewerbe) oder besonderen Umständen gibt es mehr Spielraum. Fragen Sie offen nach — ein seriöser Dienstleister erklärt Ihnen, was in seiner Leistung steckt.
Was ist der Unterschied zwischen Courtage und Provision?
Beide Begriffe bezeichnen dasselbe: die erfolgsabhängige Vergütung für die Vermittlung einer Immobilie. Courtage ist der ältere, kaufmännische Begriff — in der Praxis werden beide Begriffe synonym verwendet.
Kann ich die Maklerprovision von der Steuer absetzen?
Für Eigennutzer: Nein, die Provision ist Teil der Anschaffungskosten und nicht direkt absetzbar. Für Kapitalanleger: Ja, als Werbungskosten abzugsfähig, wenn die Immobilie vermietet wird. Beim Verkauf kann die Provision als Veräußerungskosten den steuerpflichtigen Gewinn mindern. Im Einzelfall empfehle ich die Rücksprache mit einem Steuerberater.
Was kostet ein Immobilienverkauf ohne Makler?
Ohne Maklerprovision sparen Sie die Provision — tragen aber den gesamten Aufwand selbst: Bewertung, Fotos, Exposé, Inserate, Besichtigungen, Verhandlung, rechtliche Absicherung. Dazu kommen Inserat-Kosten auf den Portalen (500–1.500 € für gute Sichtbarkeit). Professionelle Fotos kosten 300–800 €. Und: Ein falsch gesetzter Preis kostet im Schnitt mehr als jede Provision.