Wann lohnt sich ein Makler, wann nicht?
Ein Makler lohnt sich, wenn Sie:
- •Wenig Zeit haben (Beruf, Familie, Umzug parallel)
- •Den lokalen Markt nicht kennen
- •Keine Erfahrung mit Preisverhandlungen haben
- •Eine komplexe Immobilie verkaufen (MFH, Denkmal, Erbengemeinschaft)
- •Emotional zu nah am Objekt sind
Ein Makler lohnt sich weniger, wenn Sie:
- •Zeit und Lust haben, sich intensiv einzuarbeiten
- •Den lokalen Markt gut kennen (z.B. selbst aus der Branche)
- •Eine einfache, gut vermietbare Standardwohnung verkaufen
- •In einer Lage mit extrem hoher Nachfrage verkaufen (das Objekt "verkauft sich von selbst")
Vorteile Privatverkauf
Keine Provision
Der offensichtlichste Vorteil. In Sachsen beträgt die Maklerprovision in der Regel je 3,57 Prozent für Käufer und Verkäufer. Bei einer Wohnung für 250.000 Euro sparen Sie als Verkäufer rund 8.925 Euro. Klingt viel. Ist es auch - wenn alles glatt läuft.
Volle Kontrolle
Sie entscheiden, wann besichtigt wird, mit wem verhandelt wird und zu welchem Preis. Kein Zwischenmann, keine Abhängigkeit.
Direkte Kommunikation
Manche Käufer schätzen den direkten Kontakt zum Eigentümer. Es wirkt persönlicher und schafft Vertrauen - vorausgesetzt, Sie können sachlich bleiben.
Nachteile Privatverkauf
Zeitaufwand
Rechnen Sie mit 15 bis 25 Stunden pro Woche in der aktiven Vermarktungsphase. Anfragen filtern, Besichtigungen koordinieren, Bonität prüfen, Unterlagen zusammenstellen, Nachverhandlungen führen. Die meisten Privatverkäufer sind nach vier Wochen erschöpft.
Bewertungsfehler
Der häufigste und teurste Fehler: den Preis falsch ansetzen. Zu hoch - die Wohnung steht, Interessenten verlieren Vertrauen. Zu niedrig - Sie verschenken Geld. Ohne Markterfahrung ist eine präzise Preisfindung schwierig.
Rechtliche Risiken
Aufklärungspflichten, Haftungsfragen, Energieausweis-Pflicht, korrekte Wohnflächenberechnung - wer hier Fehler macht, riskiert Schadenersatzansprüche nach dem Verkauf.
Emotionale Verhandlung
Ihr Zuhause ist nicht irgendeine Immobilie. Wenn ein Käufer nach der Besichtigung sagt "Die Küche ist ja furchtbar", reagieren Eigentümer anders als ein Makler. Emotionen in Verhandlungen kosten Geld.
Vorteile Makler
Marktkenntnis und Preisfindung
Ein guter Makler kennt die tatsächlichen Verkaufspreise in Ihrer Straße - nicht die Angebotspreise auf ImmoScout. Diese Differenz beträgt in Dresden 5 bis 10 Prozent.
Zeitersparnis
Der Makler übernimmt Vermarktung, Besichtigungen, Interessenten-Screening und Verhandlung. Sie unterschreiben beim Notar - fertig.
Netzwerk
Gute Makler haben Vormerkkunden. Ihre Immobilie wird möglicherweise verkauft, bevor sie öffentlich inseriert wird. In Lagen wie Blasewitz oder Loschwitz kann das den Unterschied machen.
Verhandlungserfahrung
Preisverhandlungen sind ein Handwerk. Ein erfahrener Makler weiß, wann er hart bleiben muss und wann ein kleines Zugeständnis den Deal rettet.
Rechtliche Absicherung
Aufklärungspflichten, Vertragsgestaltung, Haftung - der Makler kennt die Fallstricke und schützt Sie vor teuren Fehlern.
Nachteile Makler
Provision
3,57 Prozent vom Kaufpreis als Verkäuferanteil. Bei 300.000 Euro sind das 10.710 Euro. Nicht wenig.
Abhängigkeit
Sie geben die Kontrolle teilweise ab. Wenn der Makler schlecht arbeitet, verlieren Sie Zeit und möglicherweise Geld.
Qualitätsunterschiede
Makler ist kein geschützter Beruf. Jeder kann sich so nennen. Die Spanne reicht von hochprofessionell bis katastrophal. Die Wahl des richtigen Maklers ist entscheidend.
Provision in Sachsen: Die aktuelle Regelung
Seit Dezember 2020 gilt in Deutschland die hälftige Teilung der Maklerprovision bei Wohnimmobilien. Der Verkäufer muss mindestens so viel Provision zahlen wie der Käufer.
Eine Abwälzung der gesamten Provision auf den Käufer ist bei Wohnimmobilien nicht mehr möglich. Bei Gewerbeimmobilien gelten andere Regeln.
Provisionsteilung Sachsen
Checkliste: 10 Fragen zur Selbsteinschätzung
Haben Sie 15-25 Stunden pro Woche für den Verkaufsprozess?
Kennen Sie die tatsächlichen Verkaufspreise (nicht Angebotspreise) in Ihrer Straße?
Können Sie professionelle Fotos und ein Expose erstellen?
Wissen Sie, welche Unterlagen Sie benötigen und wo Sie sie bekommen?
Können Sie Bonität und Finanzierbarkeit von Interessenten prüfen?
Sind Sie in der Lage, sachlich zu verhandeln - auch wenn der Käufer Ihre Küche kritisiert?
Kennen Sie Ihre Aufklärungspflichten als Verkäufer?
Haben Sie Erfahrung mit Notarverträgen?
Können Sie mit Absagen und Rückziehern umgehen, ohne den Preis panisch zu senken?
Ist Ihre Immobilie "Standard" (Wohnung, gute Lage) oder komplex (MFH, Denkmal, Erbe)?
Mindestens 7 von 10 Ja: Privatverkauf ist realistisch.
Weniger als 5: Ein Makler ist die kluge Investition.
Unser Ansatz: Was wir anders machen
Wir verstehen, dass die Entscheidung für einen Makler Vertrauen erfordert. Deshalb arbeiten wir transparent:
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