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Immobilienfinanzierung berechnen – Rate und Zinslast ermitteln

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Bevor Sie eine Finanzierungsentscheidung treffen, sollten drei Zahlen klar sein: Wie hoch ist die monatliche Rate? Wie lange laufe ich? Und was kostet mich das Darlehen insgesamt? Mit dem Rechner unten lassen sich alle drei Fragen in Sekunden beantworten — auf Basis von Darlehenssumme, Nominalzins und anfänglichem Tilgungssatz.

Finanzierungsrechner

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Zinssatz vs. Tilgungssatz – was macht den Unterschied?

Viele Käufer konzentrieren sich auf den Zinssatz — dabei ist der Tilgungssatz mindestens genauso entscheidend für die Gesamtkosten der Finanzierung.

Szenario Darlehen Zins Tilgung Monatliche Rate Laufzeit Gesamtzinslast
Niedrige Tilgung 240.000 € 3,5 % 1 % 900 € ca. 48 J. ca. 277.000 €
Mittlere Tilgung 240.000 € 3,5 % 2 % 1.100 € ca. 29 J. ca. 140.000 €
Hohe Tilgung 240.000 € 3,5 % 3 % 1.300 € ca. 22 J. ca. 103.000 €

Der Unterschied zwischen 1 % und 3 % anfänglicher Tilgung: Sie zahlen 200 € mehr im Monat — dafür aber rund 174.000 € weniger an Zinsen über die gesamte Laufzeit. Die höhere Tilgung zahlt sich also in fast jedem Fall aus, sofern die Liquidität es erlaubt.

Wie lange zahle ich?

Die Laufzeit eines Annuitätendarlehens lässt sich exakt berechnen — und überrascht oft. Bei nur 1 % anfänglicher Tilgung und 3,5 % Zins dauert die vollständige Rückzahlung knapp 50 Jahre. Das ist kein Finanzierungsfehler, sondern Mathematik: In den ersten Jahren geht der Großteil der Rate in Zinsen, nur ein kleiner Teil tilgt das Darlehen. Erst wenn die Restschuld spürbar gesunken ist, beginnt der Tilgungsanteil zu dominieren.

Faustformel für die Laufzeit: Zins + anfängliche Tilgung = Annuitätensatz in %. Bei 5,5 % (3,5 % Zins + 2 % Tilgung) beträgt die Laufzeit grob 100 dividiert durch den Annuitätensatz in Jahren — also ca. 18 Jahre. Diese Näherung funktioniert für mittlere Zins- und Tilgungssätze gut.

Wann lohnt sich eine höhere Tilgung?

Fast immer — wenn die Liquidität es zulässt. Drei Argumente:

  1. Zinslastsenkung: Jeder Euro, der früher zurückgezahlt wird, zahlt in Zukunft keine Zinsen mehr. Bei 3,5 % Zins spart jeder extra-getilgte Euro über 20 Jahre rund 1 € Zinsen.
  2. Zinsänderungsrisiko reduzieren: Je höher die anfängliche Tilgung, desto weniger Restschuld bleibt, wenn die Zinsbindung ausläuft. Bei stark gestiegenen Zinsen kann eine hohe Restschuld zur Belastung werden.
  3. Psychologische Komponente: Wer eine absehbare Laufzeit hat (z. B. Renteneintritt schuldenfrei), kann die Finanzierung entspannter tragen als jemand mit einer offenen 40-Jahres-Laufzeit.

Für Kapitalanleger gilt ein Zusatzaspekt: Eine niedrigere Tilgung erhält mehr Liquidität für weitere Investitionen. Ob das sinnvoll ist, hängt davon ab, ob die erwartete Rendite weiterer Investitionen über dem Finanzierungszins liegt — die Grenzbetrachtung hierzu zeigt der Eigenkapitalrendite-Rechner.

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FAQ

Häufige Fragen

Wie berechnet sich die monatliche Rate bei einem Immobiliendarlehen?
Die Rate (Annuität) ergibt sich aus Darlehenssumme multipliziert mit der Summe aus Zins- und Tilgungssatz, geteilt durch 12. Beispiel: 240.000 € Darlehen, 3,5 % Zins, 2 % Tilgung → (240.000 × 5,5 %) / 12 = 1.100 € monatlich. Die Rate bleibt während der Zinsbindung konstant; der Tilgungsanteil steigt mit der Zeit, während der Zinsanteil sinkt.
Was ist der Unterschied zwischen Zinssatz und Tilgungssatz?
Der Zinssatz ist der Preis für das geliehene Geld — er bestimmt den Zinsanteil der Rate. Der Tilgungssatz ist die anfängliche Rückzahlungsquote — er bestimmt, wie schnell das Darlehen getilgt wird. Beide zusammen ergeben den Annuitätensatz, aus dem sich die monatliche Rate berechnet. Der effektive Tilgungsatz steigt automatisch mit der Zeit, weil die Restschuld sinkt.
Wie wirkt sich eine höhere Tilgung auf die Laufzeit aus?
Signifikant. Bei 3,5 % Zins und 1 % anfänglicher Tilgung dauert ein Darlehen ca. 48 Jahre; bei 3 % Tilgung sind es nur noch ca. 21 Jahre. Wer also die Tilgung von 1 % auf 3 % erhöht, zahlt monatlich mehr, spart aber rund 27 Tilgungsjahre und eine enorme Summe an Zinsen.
Was ist die Zinsbindungsfrist?
Die Zinsbindungsfrist (meist 5–20 Jahre) legt fest, für wie lange der vereinbarte Zinssatz gilt. Nach Ablauf muss das verbleibende Darlehen zu dann gültigen Marktzinsen weiterfinanziert werden (Anschlussfinanzierung). Bei steigenden Zinsen kann das die Rate erheblich erhöhen — daher lohnen sich längere Zinsbindungen in Niedrigzinsphasen.
Wie viel Eigenkapital brauche ich für eine Immobilienfinanzierung in Dresden?
Als Faustregel: mindestens 20 % Eigenkapital, um günstige Konditionen zu erhalten und die Kaufnebenkosten zu decken. In Dresden liegen die Kaufnebenkosten je nach Maklereinbindung bei 7–10 % des Kaufpreises. Wer 30 % Eigenkapital einsetzt, profitiert von deutlich niedrigeren Zinssätzen und einer kürzeren Laufzeit.