2 Min. Lesezeit·Aktualisiert am

Nebenkosten beim Immobilienkauf und -verkauf berechnen

Kaufnebenkosten Immobilien berechnenGrunderwerbsteuer SachsenNotarkosten ImmobilienkaufNebenkosten Immobilienverkauf

Beim Kauf oder Verkauf einer Immobilie kommen neben dem eigentlichen Kaufpreis erhebliche Nebenkosten hinzu — die beim Kauf das notwendige Eigenkapital erhöhen und beim Verkauf den tatsächlichen Nettoerlös schmälern. Mit dem Rechner unten lassen sich beide Seiten schnell durchrechnen, inklusive eines integrierten Spekulationssteuer-Checks für den Verkaufsfall.

Nebenkosten-Rechner

%
%
%
%

Kaufnebenkosten aufgeschlüsselt

Die Kaufnebenkosten in Sachsen setzen sich aus vier Positionen zusammen. Alle sind prozentual zum Kaufpreis berechnet — und werden beim Kauf fällig, bevor Sie auch nur eine Schlüsselübergabe erleben:

Position Satz in Sachsen Auf 300.000 €
Grunderwerbsteuer 5,5 % 16.500 €
Notarkosten (inkl. Kaufvertrag) ca. 1,5 % 4.500 €
Grundbuchkosten (Eigentumsumschreibung) ca. 0,5 % 1.500 €
Maklercourtage (Käuferanteil) 0–3,57 % 0–10.710 €

Bei einem Kaufpreis von 300.000 € und Maklerbeteiligung müssen Käufer also mit einer Gesamtinvestition von bis zu 333.210 € rechnen — das entspricht rund 11 % Aufschlag auf den Kaufpreis. Ohne Makler reduzieren sich die Nebenkosten auf gut 7,5 %.

Wichtig für die Eigenkapitalplanung: Banken finanzieren die Kaufnebenkosten in der Regel nicht mit. Sie müssen vollständig aus Eigenmitteln gedeckt werden. Ein realistisches Eigenkapital für einen Immobilienkauf in Dresden liegt damit bei mindestens 20–25 % des Kaufpreises (20 % Anzahlung plus ca. 7–10 % Nebenkosten).

Verkaufskosten und Spekulationssteuer

Auf Verkäuferseite sind die direkten Kosten überschaubar — der größte Unsicherheitsfaktor ist die Spekulationssteuer, die entfällt, sobald die 10-Jahres-Haltefrist erfüllt ist:

  • Maklercourtage (Verkäuferanteil): Je nach Vereinbarung 0–3,57 % des Verkaufspreises. Der Verkäufer zahlt die vereinbarte Provision, maximal den gleichen Betrag wie der Käufer.
  • Spekulationssteuer: Bei einem Verkauf innerhalb von 10 Jahren nach dem Kauf wird der Veräußerungsgewinn mit dem persönlichen Einkommensteuersatz besteuert — in der Regel 25–45 %. Einzige Ausnahme: Eigennutzung im Verkaufsjahr und den beiden vorangegangenen Kalenderjahren.
  • Notarkosten: Beim Verkauf entfällt der Hauptteil der Notarkosten (der Kaufvertrag wird i. d. R. vom Käufer bezahlt). Aufwendungen für Löschungen im Grundbuch oder ähnliches trägt der Verkäufer.

Der Rechner oben berechnet für die Verkaufsseite sowohl die Maklerkosten als auch eine Spekulationssteuer-Schätzung — und zeigt den resultierenden Nettoerlös.

Einfluss der Nebenkosten auf die Rendite

Für Kapitalanleger sind Kaufnebenkosten besonders kritisch: Sie verlängern die Zeit bis zum Break-even und senken die Eigenkapitalrendite, da die Nebenkosten im Kaufpreis aktiviert werden, aber nicht zur vermietbaren Wohnfläche beitragen.

Zwei Faustregeln für Kapitalanleger in Dresden:

  • Ohne Wertsteigerung: Bei einer durchschnittlichen Nettomietrendite von 4 % dauert es rechnerisch rund 2,5 Jahre, bis die Nebenkosten von 10 % allein durch Mieteinnahmen amortisiert sind — vorausgesetzt keine Finanzierungskosten.
  • Mit Finanzierung: Der Leverage-Effekt (Fremdkapitaleinsatz) kann die Eigenkapitalrendite deutlich steigern, sofern die Mieteinnahmen die Finanzierungsrate annähernd decken. Mehr dazu im Eigenkapitalrendite-Rechner.

Kostenlose Bewertung Ihrer Immobilie

Erhalten Sie innerhalb von 24 Stunden eine erste fundierte Einschätzung basierend auf aktuellen Marktdaten und unserer langjährigen Erfahrung.

Immobilienwert einschätzen

FAQ

Häufige Fragen

Wie hoch sind die Kaufnebenkosten in Sachsen?
In Sachsen müssen Käufer mit rund 9–11 % des Kaufpreises an Nebenkosten rechnen: Grunderwerbsteuer 5,5 %, Notarkosten ca. 1,5 %, Grundbuchkosten ca. 0,5 % und Maklercourtage je nach Vereinbarung 0–3,57 %. Die genaue Höhe hängt davon ab, ob ein Makler beauftragt wurde und welche Honorarvereinbarungen getroffen wurden.
Wer zahlt beim Immobilienkauf in Sachsen die Maklercourtage?
Seit dem Bestellerprinzip für Käufe (2020) gilt: Wer den Makler beauftragt, zahlt ihn. In der Praxis teilen sich Käufer und Verkäufer die Courtage häufig je hälftig (je ca. 3,57 % brutto). Der Verkäufer darf dem Käufer maximal die Hälfte der eigenen Provision in Rechnung stellen.
Was zählt als Veräußerungsgewinn beim Immobilienverkauf?
Der Veräußerungsgewinn ist der Unterschied zwischen Verkaufspreis (abzüglich Verkaufsnebenkosten wie Maklercourtage) und dem ursprünglichen Einstandspreis (Kaufpreis plus alle Kaufnebenkosten bei Erwerb). Investitionen, die den Wert der Immobilie dauerhaft erhöhen, können ebenfalls angesetzt werden.
Wann fällt Spekulationssteuer beim Immobilienverkauf an?
Spekulationssteuer fällt an, wenn eine Immobilie innerhalb von zehn Jahren nach dem Kauf verkauft wird und die Immobilie nicht in den zwei Kalenderjahren vor dem Verkauf sowie im Verkaufsjahr selbst ausschließlich selbst bewohnt wurde. Steuerpflichtig ist der Veräußerungsgewinn, versteuert mit dem persönlichen Einkommensteuersatz.
Kann ich die Kaufnebenkosten von der Steuer absetzen?
Als Eigennutzer nein — Kaufnebenkosten sind private Kosten. Als Vermieter oder Anleger sind die Anschaffungsnebenkosten (Notar, Grundbuch, Makler) jedoch Teil der Anschaffungskosten der Immobilie und erhöhen das abschreibungsfähige Volumen. Die Grunderwerbsteuer gehört ebenfalls zu den Anschaffungskosten.